Seligsprechung eines Zisterziensers

János Brenner

ungar. Zisterzienser, Seelsorger und Märtyrer

* 17. Dez. 1931 Szombathely
† 15. Dez. 1957

János Brenner wurde 1931 in Szombathely (dt. Steinamanger) in Westungarn geboren. Er war der zweite von drei Söhnen, die alle Priester wurden. Er begann die Grundschule an der Schule des Bistums Szombathely und setzte sie 1941 in Pécs fort. Dort ging er dann auf das Gymnasium der Zisterzienser und wechselte 1946 auf das Gymnasium der Prämonstratener in Szombathely. Nach der Zwangsauflösung der Ordensschulen ging er als Oblate zu den Zisterziensern nach Zirc, machte sein Abitur und trat dort als Novize mit dem Namen »Anastasius« (ungarisch Anasztáz) ein.

Nach der Auflösung der Klöster in Ungarn wenige Wochen später besuchte er – während des (Untergrund-)Noviziats – ein Jahr als freier Student die theologische Fakultät in Budapest, legte 1951 die einfache Profess ab[1] und setzte das Theologiestudium am Priesterseminar in Szombathely fort. Als auch dieses Seminar 1952 aufgelöst wurde, ging er nach Györ, um das Studium zu beenden.

Am 19. Juli 1955 wurde Brenner in der Kathedrale von Szombathely zum Priester geweiht. Bischof Sándor Kovács schickte ihn als Kaplan nach Rábakathely (deutsch : Markl, Pfarre des Klosters Szentgotthárd, nahe der österreichischen Grenze), wo Dr. Ferenc Kozma (sein ehemaliger Spiritual) Pfarrer war. Nach der Niederschlagung der Revolution von 1956 suchte man in den Reihen der katholischen Priester die Feinde des Widerstandes und beobachtete dabei auch die Pastoralarbeit Brenners. In der Nacht vom 14. auf den 15. Dezember 1957 wurde Brenner zu einem Versehgang gerufen. Er machte sich zu Fuß auf den Weg von Rábakethely über den Hügel nach Zsida. Unterwegs wurde er überfallen und mit 32 Messerstichen getötet.

Er ruht in der Krypta der Salesianerkirche von Szombathely. Auf seinem Grab steht der Wahlspruch seiner Primiz »Alle Dinge gereichen denen zum Besten, die Gott lieben« (Röm. 8, 28).

Bis zur Wende 1989 durfte der Tod Brenners nicht erwähnt werden. Sein Bild wurde auf Befehl von der Wand im Korridor des Priesterseminars von Györ entfernt. Das Jahr 2007 wurde als 50. Todesjahr Brenners von Bischof András Veres zum János-Brenner-Gedenkjahr der Diözese Szombathely/Steinamanger erklärt und am 16. Dezember mit einer bischöflichen Gedenkmesse im Dom von Steinamanger eröffnet. Damit verbunden waren zahlreiche kirchliche Veranstaltungen wie Jugendtreffen, Wallfahrten zur Gedenkkapelle und dem Grab des Kaplans sowie Vorträge.

Im November 2017 erkannte Papst Franziskus Brenner den »heroischen Tugendgrad« zu und erklärte ihn damit zum »verehrungswürdigen Diener Gottes«.

gge, März 2007, rev. Nov. 2017

  1. Und noch einmal 1954 in der Form der vota simplicia perpetua, weil eine feierliche Profess unter den gegebenen Umständen nicht möglich war.

Literatur:

Josef Brenner: Leben und Sterben des Märtyrerpriesters János Brenner, in: Fünf-vor-Elf. Beiträge zur Theologie, hg. von Karl Josef Wallner, Be&Be-Verlag: Heiligenkreuz 2010, S. 325–332 · Ders.: Der ungarische Tarsitius – Das Leben und Martyrium von Janos Brenner 1931–1957, Eigenverlag 2000.

2017-11-22T19:34:58+00:00 22. November 2017|

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