Laden...
Hl. Benedikt von Nursia 2018-03-18T15:04:40+00:00

Hl. Benedikt von Nursia

Benedikt wurde 480 als Sohn eines reichen Landbesitzers in der Nähe von Nursia geboren und wuchs zusammen mit seiner Zwillingsschwester Scholastika auf. Nach der Beendigung seiner Schule ging er nach Rom, um dort zu studieren. Das Erleben des dortigen ausschweifenden Leben seiner Mitstudenten enttäuschte ihn so sehr, dass er das Studium abbrach, zurückkehrte und sich mit einer Amme in den Sabiner Bergen einer Gruppe wohlhabender Männer anschloss. Nach einer gewissen Zeit verzichtete er auf die Begleitung der Amme, und begann in einer Felshöhle im Tal von Subiaco ein Einsiedlerleben.

Nach einer gewissen Zeit wurden die Menschen auf ihn aufmerksam und eine Mönchsgemeinschaft von Vicovaro bat ihn, ihr Abt zu werden und ihr Leben neu zu ordnen. Er zögerte, denn ihm schwebte ein hohes Ideal vor. Tatsächlich scheiterte er dann auch am Widerstand dieser Mönche und zog sich wiederum in seine geliebte Einsamkeit zurück.

Hier scharten sich neue Schüler um ihn und er organisierte für sie ein zönobitisches Leben in zwölf Klöster.

Veranlasst durch Konflikte und äußere Provokationen verließ Benedikt im Jahre 529 erneut Subiaco, die Klöster von Subiaco existierten weiter, und zog auf die Anhöhe von Montecassino.
Hier auf dem Berg stand eine Akropolis, wo er die Götteraltäre zerstörte, und sie zu einem Oratorium des Hl. Johannes des Täufers und des Hl. Martin neu gestaltete. Es entstand ein neues Kloster, in der er dann seine berühmte Regel schrieb, wobei er über die „vertikale“ Sicht des Magisters hinaus die die „horizontale“ Dimension baute:
Christus nicht nur im Abt als Lehrer, sondern auch im Bruder, im Armen, im Gast, im Kranken zu sehen.

Bis heute ist Montecassino eine Benediktinerabtei und gilt als Mutterkloster des Benediktinerordens.

Am Ende seines Lebens stirbt Benedikt in der Kirche:
„Er ließ seine geschwächten Glieder von den Händen seiner Schüler stützen,
so stand er da, die Hände zum Himmel erhoben, und hauchte unter Worten des Gebetes seinen Geist aus“( Dial.II,35).
Sein Todestag ist auf den 21.März 547 datiert.

Papst Gregor der Große versuchte Ende des 6. Jahrhundert im 2. Buch seiner „Dialoge“ das Leben des Hl. Benedikt zu beschreiben. Dies sind die einzigen überlieferten biographischen Hinweise, die aber in der Form der literarischen Form der Legende verfasst sind.
Um Benedikt kennen zu lernen, verweist uns Gregor in den Dialogen auf dessen Regel:

„Inmitten der vielen Wunder, durch die der Mann Gottes glänzte, leuchtete er auch besonders durch das Wort seiner Lehre hervor. Denn er hat eine Regel für Mönche verfasst, einzigartig in weiser Mäßigung, lichtvoll in ihrer Darstellung.
Wer sein Leben und seine Wandel genauer kennen lernen will, der findet in den Vorschriften der Regel alles, was er als Lehrmeister vorgelebt hat. Denn der Lehrer konnte nicht anders lehren, als er lebte“( Dial.II,36).

 

Die Regel des heiligen Benedikt

21. November

Kapitel 43: Die Bußen für Unpünktlichkeit

  1. Hört man das Zeichen zum Gottesdienst, lege man sofort alles aus der Hand und komme in größter Eile herbei,
  2. allerdings mit Ernst, um nicht Anlass zur Albernheit zu geben.
  3. Dem Gottesdienst soll nichts vorgezogen werden.
  4. Kommt einer zu den Vigilien erst nach dem „Ehre sei dem Vater“ des Psalms 94, der deswegen sehr langsam und gedehnt zu singen ist, darf er nicht an seinem Platz im Chor stehen.
  5. Vielmehr stehe er als Letzter von allem oder auf dem Platz, den der Abt für so Nachlässige abseits bestimmt hat, damit sie von ihm und allen gesehen werden.
  6. Dort bleibe er, bis er am Schluss des Gottesdienstes öffentlich Buße getan hat.
  7. Wir lassen die unpünktlichen Brüder bewusst auf dem letzten Platz oder abseits stehen, damit sie von allen gesehen werden, sich schämen und deshalb sich bessern.
  8. Bleiben sie nämlich außerhalb des Oratoriums, könnte sich vielleicht einer wieder schlafen legen oder sogar sich draußen hinsetzen und sich Zeit nehmen für Geschwätz; so gibt er dem Bösen Gelegenheit zur Versuchung.
  9. Sie sollen vielmehr hereinkommen, damit sie nicht alles versäumen und sich in Zukunft bessern.
  10. Kommt einer zum Gottesdienst der Gebetszeiten am Tag erst nach dem Vers und nach dem „Ehre sei dem Vater“ des anschließenden ersten Psalmes, stehe er nach der obigen Vorschrift auf dem letzten Platz.
  11. Er nehme sich nicht heraus, sich vor seiner Buße dem Chor der psalmensingenden Brüder
    anzuschließen, außer der Abt ist nachsichtig und erlaubt es;
  12. selbst dann muss der Schuldige Buße tun.