Ein kleines Jubiläum

Am Freitag den 5. März durften wir unseren H. H. Weihbischof Florian Wörner bei uns begrüßen. Vor genau 10 Jahren hat er mit uns die Vigil begonnen. Dies war uns ein Bedürfnis mit ihm diese Jugendvigil zu feiern.

Nach einem Jahr  wurde er jedoch zum Weihbischof ernannt so dass wir seinen Nachfolger Pfr. Dr. Florian Markter an die Hand bekamen. Er ist nun 9 Jahre mit dabei und wir sind sehr sehr dankbar für sein Wirken mit uns und allen Jugendlichen. DANKE für Ihr und Euer Kommen!

Von der rechten Sorge (Mt 6,19 – 34)

19 Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, wo Motte und Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen, 20 sondern sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie zerstören und keine Diebe einbrechen und sie stehlen! 21 Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. […] 24 Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. 25 Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen oder trinken sollt, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt!

Wir beten gemeinsam einige Stationen aus dem  Kreuzweg von Tomislav Ivancic

Gebet zur Vorbereitung

Jesus, ich möchte  dir begegnen. Leite mich auf diesem Weg. Maria, lehre mich, am Wort Jesu ständig festzuhalten, wenn ich auf die Kalvaria meines Lebens gehe. Hilf mir, dass auch ich so wie du gerne einwillige und sage: „Mir geschehe“. Hilf mir, alles zu befolgen, was mir Jesus sagt. Vater, hier bin ich. Ich möchte in das Geheimnis deines Sohnes eingehen, damit du mich heute als dein Kind erkennen kannst, das zu dir zurückkehrt.
Amen

JESUS WIRD ZUM TODE VERURTEILT

V Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

„Die Hohenpriester und der ganze Hohe Rat bemühten sich um falsche Zeugenaussagen gegen Jesus, um ihn zum Tode verurteilen zu können.“

(Mt 26,59)

Die Verurteilung annehmen

Höre auf Jesus, wie er dir sagt: man hat über mich geurteilt und mich schließlich verurteilt. Das Volk, das meinen Predigten gelauscht hat, war einig mit den staatlichen und religiösen Machthabern, mich zu verurteilen. Meine Freunde und Apostel sind geflüchtet. Noch vor kurzem waren sie voller Lob über mich, sie staunten über die Wunder, drängten sich, mich zu berühren, und versicherten mir ihre Treue. Jetzt aber sind sie alle gegen mich und verlangen von Pilatus meine Kreuzigung. Der Ausländer Pilatus möchte mich freigeben. Doch meine Mitbürger zwingen ihn, das Urteil über mich zu sprechen.

Die Menschen um dich, sogar deine allerbesten Freunde, werden über dich urteilen und dich verurteilen. Das bedeutet nicht, dass du immer schuld bist. Immer wirst du aber gerichtet werden. Jetzt wird dir klar, dass auf die Menschen letztlich kein Verlass ist. Sicherer und fester Halt ist allein in Gott. Dieses Kreuz befreit dich von den Menschen, auf die du dich stützt, und lädt dich ein, dich an mich zu lehnen. Wenn dich die Menschen verurteilen, kannst du auf meine Seite überwechseln. Denn auch mich haben sie beurteilt und verurteilt. Wehre dich nicht, wenn man über dich richtet. Das Urteil kann dich nicht auslöschen, es lässt dich nicht allein, es bringt dich zu mir und führt dich in die Herrlichkeit. Dieser Schuldspruch ist deine Tür zu mir, zu einer Begegnung mit mir. Jetzt kann dich niemand mehr verurteilen.

 

Vater unser …  Gegrüßet seist du Maria… Ehre sei dem Vater… gemeinsam

JESUS NIMMT DAS SCHWERE KREUZ AUF SICH

V Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

„Er hat unser Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen.“
(Jes. 53,4)

Den Alltag annehmen

Ich hätte mich wehren können oder wünschen können, dass man mich verteidigt. Ich hätte sagen können: Ich bin unschuldig, warum sollte ich leiden? Doch ich habe das Kreuz ohne Murren auf mich genommen.

Jeder Augenblick deines Lebens ist ein Kreuz. Du kannst es annehmen oder abwerfen. Du kannst davor flüchten oder ihm begegnen.Ich habe es auf mich genommen. Somit weißt du, wo ich zu finden bin. Deine Kraft liegt nicht im Laufen. In jedem Augenblick wirst du vor die Entscheidung gestellt, ob du mir nachfolgen willst. Das ist das zweite Kreuz. Nur wenige erkennen es. Viele suchen außergewöhnliche Kreuze. Doch das Kreuz ist einfach da – im Annehmen des Alltags. Der Alltag ist dein Leben und dein Kreuz. Nimmst du es auf dich, erhältst du viele Gnaden, und

Vater unser … Gegrüßet seist du Maria… Ehre sei dem Vater… gemeinsam

 

JESUS BEGEGNET SEINER MUTTER

V Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

„Er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.“ (Lk 2, 34-35)

 

Geliebte Menschen betrüben müssen

Es ist unmöglich, jemand, den du liebst, nicht auch zu betrüben. Ich hätte dieser Begegnung mit meiner Mutter auch ausweichen können. Weiß du, was es bedeutet, einem lieben Menschen zu begegnen, den du enttäuscht hast? Ich wurde abgelehnt und von allen verachtet wie ein Häretiker und Verführer. Meine Mutter wusste Bescheid. Sie sah meinen äußeren und inneren Schmerz und schaut mir in die Augen. Es ist ein Kreuz, dem liebsten Menschen in die Augen zu sehen, wenn dich alle verspotten.

Es ist unmöglich, Menschen, die dich lieben, nicht zu enttäuschen. Du kannst sie aber davor nicht verschonen. Lehn dieses Kreuz nicht ab. Du wirst mich finden, wenn du erlebst, dass du deine Freunde betrübt hast. Du siehst, wie ihnen deine Schwierigkeiten Schmerz bereiten. Das macht dir zuschaffen. Meine Mutter hat bei meinem Niedergang verstanden, wer ich bin. In ihr starb auch der letzte Wunsch, dass ich Erfolg habe, aber ihr Glaube entfaltete sich zu voller Größe. Einen wahren Freund erkennst du dann, wenn er zu dir hält, auch wenn niemand mehr etwas Lobenswertes an dir findet. Dann meint er nur mehr dich. Akzeptiere das Anstoßerregende an dir. Akzeptiere es, dass du andere enttäuscht, und du wirst mir und meiner Mutter begegnen.

Vater unser … Gegrüßet seist du Maria… Ehre sei dem Vater…  gemeinsam

 

VERONIKA REICHT JESUS DAS  SCHWEISSTUCH

V Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

 „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“
(Mt 25,40)

 

Gutes annehmen ohne Gegenleistung

Alles haben sie mir genommen Und alle haben mich verlassen. Ich war allein, besitzlos, auf dem Weg zum Tod. Da trat Veronika zu mir und reichte mir ein Tuch. Weißt du, wie es einem dabei ergeht? Ich war gerührt und voller Dankbarkeit, aber ich besaß nichts, womit ich ihr hätte vergelten können. Ich hatte nichts anderes als mein Leid und die Schmerzen. So gab ich ihr den Abdruck meines blutigen Antlitzes.

Ein Kreuz ist es, zuzulassen, dass dir die Menschen Gutes tun, ohne dass du die Möglichkeit hast, es ihnen zu vergelten.

Habe Mut und tu das, was du bei mir gesehen hast. Lass es zu, dass du etwas schuldig bleibst. Man braucht nicht alles zu bezahlen. Gib als Gegenleistung dich selbst. Lerne es, dich beschenken zu lassen, ohne im Krämergeist an Revanche zu denken. Das ist eine Tür zu mir: die Beschämung erdulden, wenn du nicht geben kannst. So findet eine Begegnung mit mir statt, und du erkennst den Vater, denn auch ihm kannst du nicht vergelten, was er dir schenkt. Er ist wie eine Quelle, die ihr Wasser gratis verströmen lässt. Wenn du so bist, dann bist du ein Kind meines Vaters. Nimm auch dieses Kreuz an, Gott seine ganze Liebe nicht erstatten zu können. Sei wie ein Kind, das die Güte von Vater und Mutter genießt.

Vater unser … Gegrüßet seist du Maria… Ehre sei dem Vater… gemeinsam

 

JESUS FÄLLT ZUM DRITTEN MAL UNTER DEM KREUZ

V Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

„Meine Kraft ist ermattet im Elend, meine Glieder sind zerfallen. Zum Spott geworden bin ich all meinen Feinden.“ (Ps 31, 11-12)

Eine totale Niederlage erleiden

Ich bin auch ein drittes Mal gefallen. Die Leute meinten, es sei mein endgültiges Zusammenbrechen. Und gerade jetzt, da sie annahmen, ich würde es nicht mehr schaffen, raffte ich mich auf, ergriff das Kreuz und schleppte es auf Golgotha. Man kann auch dann weiter, wenn es niemand mehr für möglich hält.

Es kommt der Augenblick, wo man dir sagen wird: „Von dir ist nichts mehr zu erwarten. Aus!“ Du selbst wirst denken: „Ich kann nicht mehr.“ Es kommt der Augenblick deiner vollkommenen Hilflosigkeit.

Das ist der Zeitpunkt deiner Kapitulation, der Erkenntnis, am Ende zu sein. Wirst du da die Hoffnung sinken lassen? – Fürchte dich nicht. Es gibt noch eine Tür, und hinter ihr wirst du mir von neuem begegnen. Wenn du nicht mehr mit dir selbst rechnen kannst, dann bin ich da. Du wirst aus tiefster Seele nach mir schreien, und ich werde antworten. Ein Kreuz ist es, endgültig zu verlieren und verlassen zu sein, wenn keiner mehr etwas auf dich setzt, wenn man dich aufgibt. Wenn du dieses Kreuz aber annimmst, werde ich dich mit meiner Gegenwart und Kraft überraschen. Du wirst in meinem Namen bis ans Ende der Welt gehen. Wirst du dieses Kreuz annehmen? Sorge dich nicht, denn ich bin bei dir. Ich habe die Welt besiegt.

Vater unser … Gegrüßet seist du Maria… Ehre sei dem Vater…gemeinsam

 

JESUS STIRBT AM KREUZ

V Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich.
A Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.


„Einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus.“ (Joh. 19,34)

Auf dem Kreuz sterben

Tot . Ich gehe von der Welt, aber nicht ins Nichts, sondern um in neuer Weise zu leben. Durch den Tod erfüllte ich den Willen meines Vaters. Deshalb sagte ich im Sterben: „Vater, in deine Hände gebe ich meinen Geist.“ So vollendete ich den Plan des Vaters.

Du meinst, der Tod sei das Ende, und deshalb lebst du in Angst und widersetzt dich dem Gedanken an den Tod. Doch solange du ihn nicht akzeptierst, fühlst du eine Last auf deinen Schultern.

Wenn du den Tod annimmst, erringst du den Sieg und kommst zu mir. Ich bin dir fern, solange du den Tod ablehnst und mich bittest, dich davor zu verschonen. Verstehe, dein Weg zu mir führt nur über  den Tod. Denn der Tod vernichtet alles, was sündhaft und sterblich an dir ist. Ich aber vernichte  den Tod selbst. Der Tod befreit dich von den diversen Kreuzen, ich aber vom Tod. Riskiere heute einen Blick in die Augen des Todes. Betrachte dieses Kreuz als Geschenk des Vaters, als Erfüllung. Der Vater hat auch den Tod zugelassen. Wenn du dich also dem Sterben widersetzt, widersetzt du dich dem Vater und mir. Das zwölfte Kreuz ist der Höhepunkt, gleichsam ein Fest, die Vollendung. Es ist der Beginn des eigentlichen Lebens.

Vater unser … Gegrüßet seist du Maria… Ehre sei dem Vater…gemeinsam

Vater, danke für diesen Kreuzweg. Ich habe meine Kreuze kennen gelernt, die ich täglich auf mich nehmen muss, um deinem Sohn zu folgen. Jetzt weiß ich, wie man alles annimmt, wie man sich lossagt, wie man vergibt und liebt, trotz allem. Jetzt weiß ich, wie man stirbt, bevor man stirbt, und wie man dem Leben begegnet.
Danke, dass ich jetzt in dein Königreich trete. Ich sage mich los von meinem Willen und nehme deinen an. Ich nehme dein Wesen an, ich bin dein Kind und die Freude.
Vater, mach’ es, dass schon heute meine Auferstehung wahr wird.
Amen.